Erste Wochen in Mount Rosary

Seit dem 7. April bin ich nun schon hier in Mount Rosary, lerne die vielen verschiedenen Pflanzen, Tiere und Menschen kennen, uebe mich in der regionalen Sprache Kannada und unterstuetze die Arbeiter beim Cashewnuesse sammeln, Kautschuk ernten oder lege ein neues Blumenbeet vor dem Haus der Schwestern an. Und wie kam es dazu?

Mein Name ist Jonathan, ich komme aus Ravensburg im Sueden Deutschlands, nahe des Bodensees und bin 18 Jahre alt. Nach meinem Abitur 2017 bewarb ich mich fuer das Freiwilligendienst-Programm weltwaerts, das vom Staat gefoerdert wird, um ein Jahr in Indien zu leben und zu arbeiten. Meine Motivation dabei war, den westlichen Kulturkreis zu verlassen und in eine andere Lebens- und Denkweise einzutauchen um meinen Horizont zu erweitern und mein bisheriges Weltbild zu ueberdenken. Ueber die indische Organisation FSL India, die ueberall im Land Freiwilligendienste koordiniert, kam ich zu Mount Rosary und damit zu Sister Prescilla und Monsignore Pinto.

Die beiden nahmen mich in den ersten Tagen herzlich auf und fuehrten mich allmaehlich in das Leben und den Arbeitsalltag der Einrichtung ein. Jede Schwester und jeder Bewohner schien sich ueber meine Ankunft sehr zu freuen; und obwohl die Sprachbarriere uns natuerlich daran hinderte intensive Gespraeche zu fuehren, entwickelte sich doch mit vielen sehr bald ein freundschaftlicher Kontakt.

Ich wohne in einem Gaestezimmer ueberhalb des Bueros von dem aus ich die Chiko Baeume sehen kann und nur ein paar Treppenstufen vom Speisesaal entfernt bin, in dem ich immer mit Sister Prescilla zusammen esse. Nach dem Fruehstueck treffe ich mich mit Monsignore Pinto und wir ueberlegen uns, wo ich an diesem Tag mitarbeiten kann. Manchmal helfe ich den Maennern beim Feuerholz stapeln, oft sammle ich Cashewnuesse und einmal durfte ich beim Kautschuk ernten helfen. Taeglich lerne ich neue Dinge ueber die Landwirtschaft hier und die einfachen, oekologischen Mittel, den Anbau der vielen Fruechte und Nuesse zu verbessern. In den ersten Wochen verbrachte ich auch viel Zeit mit den alten Menschen, die hier leben; Gelegentlich bete ich mit ihnen oder uebe meine Kannada-Kenntnisse (worueber sie sich sehr amuesieren).

In den ersten Wochen ist es fuer mich vor allem wichtig, meinen Koerper und Geist an die anderen Bedingungen hier zu gewoehnen. Aufgrund der Hitze und dem anderen Essen durfte ich bereits die Dienste des Mount Rosary Hospitals in Anspruch nehmen und mich von den Schwestern fuer einige Tage versorgen lassen, bis ich wieder auf den Beinen war.

Ich bin sehr beeindruckt von der Weitlaufigkeit des Gelaendes, der Verschiedenheit all seiner Bewohner und der Ruhe und Gewissenhaftigkeit mit der sie hier leben. Ich sass mal auf einer Bank beim Friedhof und hoerte indische Raga-Musik im Sonnenuntergang. Da ist der Kontrast umso staerker, wenn ich mal rauskomme und in den Strassenlaerm und Trubel der Grossstadt Mangalore eintauche.

Hier unter den Palmen und Baeumen von Mount Rosary fuehle ich mich sehr gut aufgehoben. Ich wuensche mir, moeglichst viel zu lernen um nicht nur Gast sondern auch eine wirkliche Unterstuetzung zu sein und regelmaessig in der schoenen Natur mitarbeiten zu koennen. Ich freue mich ueber den Kontakt nach Deutschland mit den Freunden von Mount Rosary und hoffe, dass ihre Arbeit in der Heimat nach wie vor Fruechte traegt um diese wunderbare Einrichtung hier im Sueden Indiens weiterhin zu unterstuetzen!