Das Krankenhaus steht, die Spenden aus Bodnegg fließen

In der Gemeinde Bodnegg fand im April ein Second Hand Flohmarkt mit Kuchenverkauf statt. Der gesamte Erlös des Kuchenverkaufs und 10% der Einnahmen des Kleidungsverkaufs wurden direkt zur Abbezahlung des Mount Rosary Hospitals nach Indien geschickt.

Auf der anderen Seite der Erde strömten bereits die ersten Patienten in das kürzlich eingeweihte Untergeschoss des neuen Krankenhausgebäudes.

Im Eingangsbereich des neuen Mount Rosary Hospitals (Foto: Dr. Henry Fernandes)

Sister Prescilla gab die Schätzung bekannt, dass der gesamte Bau insgesamt 48 000 000 Rupien kostet. Davon wurden bisher 12 700 000 Rupien abbezahlt. Es verbleiben also 35 300 000 Rupien um den Schlussstrich ziehen zu können.

Die Gemeinde Bodnegg in Oberschwaben will auch weiterhin Spenden auftreiben. Bisher gelang es durch Kollekten im Gottesdienst, Infostände und den Kleiderbasar eine Menge Geld zu sammeln. Insgesamt kamen so bisher 5550€ zusammen was umgerechnet 435 113 Rupien entsprechen.

Der Bauleiter Sunil sowie Father Pinto und Sr. Prescilla sind allesamt zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingen wird, das Krankenhaus abzubezahlen. Allen Förderern sei an dieser Stelle von Herzen für die Hilfe gedankt!

Jonathan Binetsch

Hier finden Sie noch ein paar Bilder aus dem neuen Hospital, die Dr. Henry Fernandes (2. von links auf dem ersten Foto) gemacht hat:


Nachtrag von Alfons Rasche: hier finden Sie eine Veröffentlichung über den Basar in Bodnegg:

Der von Anne Marie Schmitz veranstaltete Bücherbasar in Tönisberg, Siebenhäuser 15, findet übrigens noch am 18.5. und 25.5.2019 von 9 bis 13 Uhr statt. Alle Bücher werden kostenlos abgegeben. Eine Spendenbox für Shantis Familie ist aufgestellt.

Beim Bücherbasar an den Siebenhäusern in Tönisberg


Weiterer Fortschritt beim Neubau des Hospitals

15.12.2018 / 12.1.2019 / 27.1.2019

Trotz Geldmangel geht der Bau des Mount Rosary Krankenhauses weiter. Um meine Kirchengemeinde in Bodnegg, Baden-Württemberg, über den Stand der Bauarbeiten des Mount Rosary Krankenhauses in Alangar zu berichten, begab ich mich als Reporter auf die Baustelle und führte ein Interview mit Father Edwin Pinto, der das Projekt in die Wege leitete und betreut.

Über sieben Monate nach der Legung des Grundsteins ist das Gelände rund um das Mount Rosary Krankenhaus in Alangar nicht wieder zu erkennen. Ein ganzer Flügel des alten Gebäudes wurde abgerissen, um dem neuen Krankenhausbau Platz zu schaffen und obwohl die Bauarbeiten an diesem sich noch in vollem Gange befinden, überragt er das alte Krankenhausgebäude bereits um mehrere Meter.

Das Erdgeschoss des neuen Krankenhauses ist komplett fertiggestellt und es müssen nur noch die Wände eingezogen werden, um die Räume (für die Ärzte, Maschinen wie MRT, die Rezeption und die Notaufnahme) voneinander abzutrennen. Die massiven Betonsäulen, die das erste Stockwerk sowie das Dach darüber tragen sind ebenfalls fertig, das Grundskelett des gesamten Baus steht, das Dach wird gerade mit Eisenplatten gegen die Hitze verkleidet und insgesamt sind nun zwei Drittel des Bauprojekts abgeschlossen.

Die Finanzierung hingegen ist noch nicht einmal zu einem Fünftel gedeckt, so Father Edwin Pinto, der gemeinsam mit der Oberschwester Prescilla in den umliegenden Gemeinden um Förderer und Spenden wirbt. Doch es ist nicht so einfach wie in Deutschland, Unterstützung zu bekommen, da Privatpersonen in Indien weniger spendenfreudig sind und es auch kaum Institutionen gibt, die gemeinnützige Projekte unterstützen.

Trotz dieser Tatsache wird entschlossen weitergebaut. Das Ziel ist, das Krankenhaus am ersten Mai 2019, also genau nach einem Jahr seit Baubeginn einzuweihen und in Betrieb zu nehmen. Eine Ayurveda- (traditionelle indische Medizin) und Physiotherapie Klinik wurde bereits vergangenen Monat in Betrieb genommen. Bis Ende Dezember soll das erste Stockwerk des Krankenhauses mit Räumlichkeiten für Tages- und Langzeitpatienten sowie einem Operationssaal fertiggestellt werden und für die verschiedenen Abteilungen wurden bereits Verträge mit Ärzten aus der Umgebung unterschrieben. Die Finanzierung geschieht folglich rückwirkend.

“Wir haben die Arbeit im Vertrauen auf Gott begonnen und wissen, dass er sich um alles kümmern wird.” sagt Father Pinto gelassen.

Im Folgenden sehen Sie aktuelle Fotos, die ich Mitte Dezember von den Bauarbeiten auf dem Gelände des neuen Krankenhauses aus machte.

Links: Mount Rosary Wellness Center mit Ayurveda- und Physiotherapie-Abteilung, rechts: der neue Krankenhausbau
Der Neubau des Mount Rosary Hospitals
Die Arbeiter sind stolz auf ihr Werk und posieren immer gerne für Bilder
Hier sieht man zum Vergleich einen Flügel des alten und des neuen Gebäudes
Ausblick vom Dach aus
Auf der oberen Geschossdecke werden die Pläne studiert

Update vom 12.1.2019: Ende Dezember führte die Pfarrgemeinde Bodnegg eine Spendenaktion für das Mount Rosary Krankenhaus durch, bei der über 1000€ zusammenkamen. Mit den Spenden aus Deutschland kann nun ein weiterer Teil der Kosten abbezahlt werden, was den Bauleiter, Father Pinto und Sister Prescilla überaus glücklich macht. Mit der gemeinsamen Hilfe aus Deutschland und Indien kann das Krankenhaus tatsächlich dieses Jahr vollständig in Betrieb genommen und vielleicht auch schon abbezahlt werden.

Jonathan Binetsch


Update vom 27.1.2019 von Alfons Rasche: Bis Mitte Januar sind aus Jonathans Spendenaktion in seiner Pfarrgemeinde in Bodnegg einschließlich einer Spende von 500 Euro der Gemeinschaft Dreiquellen in Kochel am See 4.698,65 Euro zusammen gekommen. Die letzten Spenden in Höhe von insgesamt 1.350 Euro habe ich mit nach Mount Rosary genommen. Dort konnte Jonathan sie Schwester Prescilla und Monsignore Pinto übergeben. Wir freuen uns, dass wir mit mit unserem Verein die Spenden aus Bodnegg und Kochel am See nach Mount Rosary weiterleiten können.

Jonathan Binetsch übergibt Spenden für das Hospital in Höhe von 1.350 Euro an Monsignore Edwin Pinto und Schwester Prescilla D’Mello

Weitere Informationen folgen in Kürze!

Die Bauarbeiten sind in vollem Gange

 

Ein Rundumblick der Baustelle

An einem sonnigen Freitagmittag besuchte ich das Mount Rosary Hospital um mich über den Bau des neuen Krankenhauses zu informieren. Schon hinter dem Eingangstor fielen mir die gewaltigen Berge aus Erde und Schutt auf die andeuteten, dass hier gerade etwas Großes im Gang ist. Als ich dann die Baustelle sah staunte ich nicht schlecht.

Die Kokosnuss markiert den Grundstein, mit dem das Projekt begann.

In einer Zeit von gerade mal 40 Tagen wurde hier alles umgegraben. Die Fundamente sind ausgehoben, die Betonstützen gegossen und die Metallkonstruktionen für die Pfeiler des neuen Gebäudes stehen ebenfalls.

Die Betonformen werden ausgehebelt.

Die Atmosphäre auf der Baustelle war sehr entspannt aber keineswegs gelangweilt. Überall wurde gehämmert, ausgehebelt, wurden Bretter umhergetragen oder neues Baumaterial angeschafft. Die Arbeiter posierten gerne vor meiner Kamera, sie schienen stolz auf ihre Arbeit zu sein.

Leider konnte ich mich nur mit wenigen Bauarbeitern unterhalten, da die meisten Hindi sprachen. Für ein gemeinsames Foto reichte es jedoch.

Ich kam zum rechten Zeitpunkt und konnte dem Abriss eines alten Krankenhausflügels beiwohnen und sehen wie die Betonformen für das neue Krankenhaus entfernt wurden. Der Betrieb im alten Gebäude läuft wie gewohnt weiter. Auch wenn man nun nicht mehr im Innenhof spazieren kann – die Schwestern und Patienten beobachten gerne, was sich da an Aktion und Betriebsamkeit abspielt.

In der Mitte steht der Bauleiter und koordiniert den stufenweisen Abbau des Daches

Langsam aber stetig entsteht hier ein modernes, zweistöckiges Krankenhaus, das den Stand des jetzigen bestimmt noch übertreffen wird.

Der Grundstein ist gelegt!

Über dem Eingang zum Mount Rosary Hospital

Gleich in den ersten Tagen, in denen ich hier ankam, erzaehlte mir Father Pinto von dem aktuellen Ausbauprojekt des Mount Rosary Krankenhauses in Alangar. Er zeigte mir Bauplaene und Kostenaufstellungen und erklaerte mir, was das neue Krankenhaus fuer Aufgaben erfuellen koennen wird. In den darauffolgenden Wochen schrieb ich an meine Verwandten und Bekannten aus der Heimat und zeigte ihnen, was da im kleinen Doerfchen Alangar geplant ist, in der Hoffnung, dass das Projekt auch aus Deutschland finanzielle Unterstuetzung erfaehrt.

Monsignore Edwin C. Pinto

Am Tag der Arbeit, dem ersten Mai, wurde der symbolische erste Grundstein des neuen Krankenhaus Gebaeudes gelegt. Das Geld fuer die Finanzierung des gesamten Komplexes ist zwar noch lange nicht gesammelt, doch mir gefaellt diese Mentalitaet, sich davon nicht beirren zu lassen und einfach so viel zu schaffen, wie es aktuell moeglich ist. Wenn der Stein einmal ins Rollen gekommen ist, dann wird er bestimmt auch am Ziel ankommen.

Zur feierlichen Zeremonie versammelten sich die Krankenschwestern, Schwestern von Mount Rosary, Priester aus der Region und alle die am Bau beteiligt sein werden. Es gab Ansprachen (die ich leider nicht verstand), es wurde gesungen und gelacht und ich machte Fotos.

Anschliessend segneten die Priester die Erde, auf der das neue Krankenhaus entstehen soll. Der Architekt zeigt ihnen, wo das Grundstueck verlaeuft.

 

Zum Schluss wurde dem ganzen Vorhaben noch den Segen erteilt. Trotz der Hitze an diesem Dienstagvormittag freuten sich alle Anwesenden ueber die gelungene Eroeffnung des Bauprojekts und ueber den Tee, der anschliessend serviert wurde.

                  

 

Erste Wochen in Mount Rosary

Seit dem 7. April bin ich nun schon hier in Mount Rosary, lerne die vielen verschiedenen Pflanzen, Tiere und Menschen kennen, uebe mich in der regionalen Sprache Kannada und unterstuetze die Arbeiter beim Cashewnuesse sammeln, Kautschuk ernten oder lege ein neues Blumenbeet vor dem Haus der Schwestern an. Und wie kam es dazu?

Mein Name ist Jonathan, ich komme aus Ravensburg im Sueden Deutschlands, nahe des Bodensees und bin 18 Jahre alt. Nach meinem Abitur 2017 bewarb ich mich fuer das Freiwilligendienst-Programm weltwaerts, das vom Staat gefoerdert wird, um ein Jahr in Indien zu leben und zu arbeiten. Meine Motivation dabei war, den westlichen Kulturkreis zu verlassen und in eine andere Lebens- und Denkweise einzutauchen um meinen Horizont zu erweitern und mein bisheriges Weltbild zu ueberdenken. Ueber die indische Organisation FSL India, die ueberall im Land Freiwilligendienste koordiniert, kam ich zu Mount Rosary und damit zu Sister Prescilla und Monsignore Pinto.

Die beiden nahmen mich in den ersten Tagen herzlich auf und fuehrten mich allmaehlich in das Leben und den Arbeitsalltag der Einrichtung ein. Jede Schwester und jeder Bewohner schien sich ueber meine Ankunft sehr zu freuen; und obwohl die Sprachbarriere uns natuerlich daran hinderte intensive Gespraeche zu fuehren, entwickelte sich doch mit vielen sehr bald ein freundschaftlicher Kontakt.

Ich wohne in einem Gaestezimmer ueberhalb des Bueros von dem aus ich die Chiko Baeume sehen kann und nur ein paar Treppenstufen vom Speisesaal entfernt bin, in dem ich immer mit Sister Prescilla zusammen esse. Nach dem Fruehstueck treffe ich mich mit Monsignore Pinto und wir ueberlegen uns, wo ich an diesem Tag mitarbeiten kann. Manchmal helfe ich den Maennern beim Feuerholz stapeln, oft sammle ich Cashewnuesse und einmal durfte ich beim Kautschuk ernten helfen. Taeglich lerne ich neue Dinge ueber die Landwirtschaft hier und die einfachen, oekologischen Mittel, den Anbau der vielen Fruechte und Nuesse zu verbessern. In den ersten Wochen verbrachte ich auch viel Zeit mit den alten Menschen, die hier leben; Gelegentlich bete ich mit ihnen oder uebe meine Kannada-Kenntnisse (worueber sie sich sehr amuesieren).

In den ersten Wochen ist es fuer mich vor allem wichtig, meinen Koerper und Geist an die anderen Bedingungen hier zu gewoehnen. Aufgrund der Hitze und dem anderen Essen durfte ich bereits die Dienste des Mount Rosary Hospitals in Anspruch nehmen und mich von den Schwestern fuer einige Tage versorgen lassen, bis ich wieder auf den Beinen war.

Ich bin sehr beeindruckt von der Weitlaufigkeit des Gelaendes, der Verschiedenheit all seiner Bewohner und der Ruhe und Gewissenhaftigkeit mit der sie hier leben. Ich sass mal auf einer Bank beim Friedhof und hoerte indische Raga-Musik im Sonnenuntergang. Da ist der Kontrast umso staerker, wenn ich mal rauskomme und in den Strassenlaerm und Trubel der Grossstadt Mangalore eintauche.

Hier unter den Palmen und Baeumen von Mount Rosary fuehle ich mich sehr gut aufgehoben. Ich wuensche mir, moeglichst viel zu lernen um nicht nur Gast sondern auch eine wirkliche Unterstuetzung zu sein und regelmaessig in der schoenen Natur mitarbeiten zu koennen. Ich freue mich ueber den Kontakt nach Deutschland mit den Freunden von Mount Rosary und hoffe, dass ihre Arbeit in der Heimat nach wie vor Fruechte traegt um diese wunderbare Einrichtung hier im Sueden Indiens weiterhin zu unterstuetzen!